- Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone verzeichneten am Donnerstag einen leichten Anstieg, blieben jedoch aufgrund der jüngsten Signale von EZB-Vertretern in der Nähe der Wochentiefststände. Dies deutet darauf hin, dass die Erwartungen des Marktes an eine aggressive Straffung der Geldpolitik durch die EZB in diesem Jahr abgekühlt sind.
- Im Gegensatz dazu zeigt die US-Notenbank eine entschlossene Haltung. Fed-Vorsitzender Waller erklärte öffentlich, dass er das offizielle Inflationsziel von 2% energisch verteidigen werde und reagierte kühl auf Forderungen nach Zinssenkungen seitens der Regierung, was die Erwartungen des Marktes an eine Lockerung der Geldpolitik der Fed neu bewertet.
- Aufgrund der unterschiedlichen geldpolitischen Ausrichtungen der beiden großen Zentralbanken hat sich der Renditeabstand zwischen zweijährigen US- und deutschen Staatsanleihen auf etwa 165 Basispunkte ausgeweitet und nähert sich dem höchsten Stand seit September letzten Jahres. Der Fokus des aktuellen Rentenmarktes liegt nun vollständig auf dem bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht für Juni.
EZB-Zinsperspektive dämpft Anstieg der Eurozonen-Anleiherenditen
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone schwankten am Donnerstag in einer engen Spanne. Obwohl sie im Tagesverlauf leicht stiegen, konnten sie den insgesamt schwachen Trend nicht umkehren und blieben nahe den Wochentiefstständen.
Deutsche Anleihen mit Schlüssel-Laufzeiten zeigen niedrige Schwankungen
In der konkreten Marktentwicklung handelt der zweijährige deutsche Staatsanleihen, der am empfindlichsten auf Änderungen des EZB-Leitzinses und Inflationserwartungen reagiert, zuletzt bei etwa 2,529%, mit einem leichten Anstieg von 2 Basispunkten am Tag.
Falkenhafte Fed-Aussagen weiten US-DE-Renditeabstand aus
Im Gegensatz zur relativ ausgewogenen Politik der EZB sendet die US-Notenbank (Fed) weiterhin entschlossene Signale der Straffung an die globalen Märkte.
Marktfokus auf US-Arbeitsmarktbericht
Nach den zahlreichen Äußerungen von Zentralbankvertretern wird der kurzfristige Anker der Rentenmarktpreise vollständig auf den am Donnerstagabend bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht für Juni verlagert, der zweifellos das wichtigste makroökonomische Ereignis der globalen Finanzmärkte in dieser Woche ist.