SanDisks Verwaltungsrat hat einen Aktiensplit im Verhältnis 8 zu 1 beschlossen. Der splitbereinigte Handel soll am 20. November beginnen. Der Beschluss fällt in eine Phase kräftigen Umsatzwachstums: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte das Unternehmen 11 Milliarden US-Dollar Umsatz, 23 Prozent mehr als im Vorquartal. Frühere Split-Ankündigungen führten an der Börse zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ein Aktiensplit allein ist daher kein verlässlicher Hinweis auf die weitere Kursentwicklung.
Fünf von acht Aktien lagen ein Jahr später im Plus
Der Vergleich umfasst Split-Ankündigungen von Apple am 30. Juli 2020, Nvidia am 21. Mai 2021 und 22. Mai 2024, Alphabet am 1. Februar 2022, Amazon am 9. März 2022, Walmart am 30. Januar 2024, Broadcom am 12. Juni 2024 und Netflix am 30. Oktober 2025.
Gemessen am Schlusskurs des jeweiligen Ankündigungstags legte Walmart im darauffolgenden Jahr rund 79 Prozent zu, Broadcom 71 Prozent und Apple 52 Prozent. Nvidia notierte ein Jahr nach der Ankündigung von 2024 rund 40 Prozent höher. Nach dem Split-Beschluss von 2021 fiel der Zuwachs mit etwa 11 Prozent geringer aus; im selben Zeitraum gab der S&P 500 nach. Alphabet verlor rund 27 Prozent, Amazon etwa 34 Prozent. Zum Zeitpunkt des Vergleichs fehlte Netflix noch ein Tag bis zum ersten Jahrestag der Ankündigung. Die Aktie lag rund 43 Prozent im Minus. Die Angaben berücksichtigen die Kursentwicklung auf splitbereinigter Basis, Dividenden sind nicht enthalten.
Insgesamt gab es mehr Gewinner als Verlierer, die Spanne der Ergebnisse war jedoch groß: Der Median der Kursgewinne lag bei rund 26 Prozent, während die Werte von einem Minus von 43 bis zu einem Plus von 79 Prozent reichten. Die Zahlen belegen kein einheitliches Muster steigender Kurse nach einer Split-Ankündigung.
Nähe zum 52-Wochen-Hoch liefert zusätzlichen Kontext
Sechs der acht Unternehmen kündigten den Split an, als ihre Aktien höchstens etwa 8 Prozent unter dem jeweiligen Schlusskurs-52-Wochenhoch lagen. Fünf dieser sechs Aktien notierten ein Jahr später höher. Alphabet bildete die Ausnahme. Das Folgejahr fiel mit dem Bärenmarkt 2022 zusammen, in dem der S&P 500 rund 9 Prozent verlor.
Die beiden übrigen Unternehmen kündigten den Split an, als ihre Aktien deutlich weiter unter ihren Höchstständen lagen; beide verloren anschließend an Wert. Amazon notierte am Tag der Ankündigung etwa 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Schlusskurshoch und gab im folgenden Jahr rund 34 Prozent nach. Netflix lag ungefähr 19 Prozent unter seinem Hoch und verlor danach etwa 43 Prozent. Zwei Fälle reichen nicht aus, um eine allgemeine Regel abzuleiten. Sie verdeutlichen aber, dass Ausgangskurs und Marktumfeld für die spätere Entwicklung wichtiger sein können als der Split selbst.
SanDisk notiert deutlich unter dem Rekordschlusskurs
Am 29. Oktober schloss die SanDisk-Aktie bei etwa 1.330 US-Dollar. Damit lag sie rund 43 Prozent unter ihrem Rekordschlusskurs von 2.335 US-Dollar, den sie am 25. Juni erreicht hatte. Im Jahresvergleich stand dennoch ein Plus von etwa 551 Prozent zu Buche. Der für das erste Quartal ausgewiesene Umsatz von 11 Milliarden US-Dollar bezieht sich auf die drei Monate bis zum 2. Oktober 2026 und lag 23 Prozent über dem Vorquartal.
Das Umsatzwachstum hat sich gegenüber den beiden vorangegangenen Quartalen abgeschwächt. Damals war der Umsatz sequenziell um 51 beziehungsweise 97 Prozent gestiegen. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management 12,2 bis 12,6 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Am Mittelpunkt der Spanne entspräche das einem sequenziellen Zuwachs von rund 12 Prozent. Die Bruttomarge erreichte im ersten Quartal 85 Prozent, verglichen mit etwa 30 Prozent ein Jahr zuvor. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen eine Bruttomarge in etwa auf diesem Niveau.
Datacenter-Umsatz wächst stark, Bewertung hängt an der Ertragskraft
Der Umsatz im Datacenter-Geschäft stieg im ersten Quartal sequenziell um 61 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte er bei 269 Millionen US-Dollar gelegen. Das kräftige Wachstum verändert den Umsatzmix des Unternehmens deutlich. Für die Bewertung an der Börse ist entscheidend, wie lange SanDisk Wachstum und Margen halten kann.
Auf Basis des bereinigten Non-GAAP-Gewinns je Aktie der vergangenen vier Quartale wird SanDisk mit etwa dem 11-Fachen des Gewinns bewertet. Würde das Unternehmen in jedem der kommenden vier Quartale den Mittelpunkt seiner Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie im zweiten Quartal erreichen, läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim aktuellen Aktienkurs rechnerisch bei etwa 6. Diese überschlägige Rechnung setzt voraus, dass der Gewinn das prognostizierte Niveau hält; sie ist keine Vorhersage der tatsächlichen Ergebnisse. Eine niedrige Bewertung kann zugleich auf Zweifel des Marktes an der Dauerhaftigkeit der Erträge hindeuten.
SanDisks Geschäft ist deutlich stärker als vor einem Jahr. Bei der Ankündigung des Splits lag die Aktie jedoch weit unter ihrem Rekord, während sich Umsatzwachstum und Bruttomarge gegenüber ihrem früheren Tempo verändert haben. Für die Erwartungen an die künftigen Ergebnisse dürfte daher vor allem entscheidend sein, ob die Preise für Flash-Speicher über längere Zeit hoch bleiben. Der splitbereinigte Handel soll am 20. November starten; die veränderte Aktienzahl ist von einer Veränderung des operativen Geschäfts zu unterscheiden.