Strategy, früher MicroStrategy, verbuchte im dritten Quartal einen Rekord-Betriebsgewinn von 20,91 Milliarden US-Dollar – vollständig getrieben von der Neubewertung seiner Bitcoin-Bestände. Gleichzeitig sank der Bitcoin-Bestand je Aktie seit Jahresbeginn um 3,7 Prozent, obwohl die Gesamtreserve um 26 Prozent wuchs. Die Zahlen zeigen: Ein größerer Bitcoin-Bestand bedeutet nicht automatisch mehr Bitcoin je Aktie.
Die Strategy-Aktie schloss am 29. Oktober mit einem Minus von 2,4 Prozent bei 141,62 US-Dollar und notierte damit unter dem Wert der Bitcoin-Bestände des Unternehmens. Quartalsgewinn, Bitcoin-Bestand je Aktie und Aktienkurs im Verhältnis zum Nettoinventarwert entwickelten sich somit in unterschiedliche Richtungen.
Bitcoin-Neubewertung beschert Rekordgewinn
Nach US-Rechnungslegungsvorschriften müssen Unternehmen vierteljährliche Wertänderungen von Kryptoanlagen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassen – unabhängig davon, ob sie die Anlagen verkaufen. Der Bitcoin-Kursanstieg im dritten Quartal führte bei Strategy zu einem Bewertungsgewinn von 20,91 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 19,53 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 44,75 US-Dollar je Aktie.
Der Gewinn beruht größtenteils auf der veränderten bilanziellen Bewertung der Bestände und nicht auf Einnahmen aus Bitcoin-Verkäufen. Bei fallenden Kursen kann dieselbe Bilanzierung entsprechend hohe Verluste ausweisen. Im zweiten Quartal verbuchte Strategy einen Quartalsverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar. Damals lag der Bitcoin-Bestand je Aktie seit Jahresbeginn noch 4,5 Prozent im Plus. Bis zum Ende des dritten Quartals war die Kennzahl ins Minus gedreht und lag 3,7 Prozent unter dem Jahresanfangswert.
Aktienausgaben und Verkäufe drücken den Bestand je Aktie
Strategy erklärte, 2026 insgesamt 21,23 Milliarden US-Dollar aufgenommen zu haben, überwiegend durch die Ausgabe neuer Aktien. Zudem verkaufte das Unternehmen Bitcoin im Wert von 431,8 Millionen US-Dollar, um Dividenden und Rückkäufe von STRC-bezogenen Wertpapieren zu finanzieren. Zwar stieg der gesamte Bitcoin-Bestand seit Jahresbeginn um 26 Prozent, doch die Ausgabe neuer Aktien vergrößerte zugleich die Zahl der Anteile, während Verkäufe die Reserve verringerten. Beides beeinflusst, wie viel Bitcoin rechnerisch auf eine Aktie entfällt.
Ob eine Aktienemission den Bitcoin-Bestand je Aktie erhöht, hängt davon ab, zu welchem Kurs die neuen Anteile ausgegeben werden – verglichen mit dem Wert der Bitcoin-Vermögenswerte, die sie unterlegen. Zusätzliches Kapital kann den Bestand je Aktie nur dann steigern, wenn die Aktien mit einem Aufschlag auf diesen Vermögenswert ausgegeben werden. Wer Strategys Akkumulation beurteilen will, muss daher neben Gesamtbestand und ausgewiesenen Gewinnen auch die Kapitalaufnahme, die Entwicklung der Aktienzahl und den Bitcoin-Bestand je Aktie berücksichtigen.
Aktie notiert unter dem Wert der Bitcoin-Reserve
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen schloss die Strategy-Aktie am 29. Oktober bei 141,62 US-Dollar. Das entsprach einem Tagesminus von 2,4 Prozent und einem Kurs unter dem Wert der Bitcoin-Bestände. Die Kombination aus einem Rekord-Buchgewinn und einem schwächeren Aktienkurs macht deutlich, dass die Bewertung nicht allein von Bitcoin-Kurs und Reservegröße abhängt. Auch die Verwässerung durch neue Aktien, Dividenden und die Verwendung von Mitteln für Rückkäufe fließen in die Einschätzung der Vermögenswerte je Aktie ein.
Damit bleibt die Lücke zwischen dem wachsenden Gesamtbestand und der Entwicklung je Aktie zentral: Die Bitcoin-Reserve nahm seit Jahresbeginn um 26 Prozent zu, der Bitcoin-Bestand je Aktie sank jedoch um 3,7 Prozent. Zugleich verbuchte Strategy einen Bitcoin-Bewertungsgewinn von 20,91 Milliarden US-Dollar und verkaufte Bitcoin im Wert von 431,8 Millionen US-Dollar. Diese Kennzahlen zeigen, wie sich die Akkumulationsstrategie und die Vermögensbasis je Aktie verändern.