Die Netflix-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 40 % verloren, während die breiteren Marktindizes um mehr als 15 % zulegten. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs, eines knapperen Angebots hochwertiger Inhalte und rückläufiger Sehdauer überprüfen Anleger, wie belastbar das Wachstum des Streamingkonzerns tatsächlich ist. Ein Put-Spread auf Netflix bildet die Erwartung weiterer Kursverluste ab und begrenzt zugleich den möglichen Verlust sowie den maximalen Ertrag.
Weniger Inhalte und Sehdauer belasten Netflix
Netflix steht weiterhin im Wettbewerb mit zahlreichen Streamingdiensten. Zwar wächst der Gewinn des Unternehmens im laufenden Jahr, doch ein wesentlicher Teil dieses Wachstums beruht auf einem einmaligen Posten. Die Entwicklung lässt sich daher nicht ohne Weiteres als Beleg für eine nachhaltige Verbesserung des Kerngeschäfts werten.
Eine zentrale Rolle spielte eine Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar, die Paramount Skydance zahlte. Netflix hatte sich zuvor an den Gesprächen über Warner Bros. Discovery beteiligt, sich dann aber aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Im Zusammenhang mit den Transaktionsvereinbarungen überwies Paramount Skydance die Gebühr an Netflix. Die einmaligen Einnahmen verbesserten das Ergebnis der betreffenden Periode und lenkten den Blick stärker auf die operative Entwicklung ohne diesen Effekt.
Auch Preiserhöhungen und das werbefinanzierte Abonnement stützen das Umsatzwachstum. Gleichzeitig fehlte Netflix zuletzt ein kontinuierlicher Nachschub an hochwertigen Neuerscheinungen, die Zuschauer dauerhaft an die Plattform binden können. Rückläufige Sehstunden werfen bei Analysten Fragen zur Attraktivität des Inhalteangebots und zur Fähigkeit des Unternehmens auf, Nutzer zu halten. Für Streaminganbieter hängt die Frage, ob höhere Abonnementpreise eine geringere Nutzung ausgleichen können, weiterhin von der Menge und Qualität neuer Inhalte sowie von der Nachfrage der Nutzer ab.
Netflix bleibt hinter dem Gesamtmarkt zurück
Die Belastungen spiegeln sich in der Kursentwicklung wider. Netflix-Aktien verloren in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 %, während die breiteren Marktindizes mehr als 15 % zulegten. Anleger bewerten damit nicht nur die Herausforderungen beim Inhalteangebot und im Wettbewerb, sondern auch die Frage, ob Netflix sein künftiges Gewinnwachstum fortsetzen kann.
Angesichts des unter Druck stehenden Aktienkurses könnten Marktteilnehmer, die mit weiteren Rückgängen rechnen, einen Put-Spread einsetzen. Dabei wird in der Regel eine Put-Option gekauft und gleichzeitig eine zweite Put-Option mit niedrigerem Basispreis und demselben Verfallstermin verkauft. Die Konstruktion begrenzt sowohl den maximalen Verlust als auch den möglichen Ertrag.
Put-Spread mit Fälligkeit am 18. Dezember
Bei einem Netflix-Kurs von etwa 73 US-Dollar sieht die betrachtete Konstruktion den Kauf eines Puts mit Fälligkeit am 18. Dezember und einem Basispreis von 70 US-Dollar vor. Gleichzeitig wird ein Put mit demselben Verfallstermin und einem Basispreis von 60 US-Dollar verkauft.
Auf Grundlage der jüngsten Optionspreise ist dafür eine Nettoprämie von etwa 2,90 US-Dollar je Aktie erforderlich. Ein Standardoptionskontrakt umfasst 100 Aktien, sodass der maximal mögliche Verlust bei rund 290 US-Dollar liegt. Bleibt Netflix am Verfallstag über 70 US-Dollar, besitzt der gekaufte 70-Dollar-Put keinen inneren Wert. Der Spread kann dann wertlos verfallen, und die gezahlte Prämie wäre verloren.
Die Differenz zwischen den beiden Basispreisen beträgt 10 US-Dollar. Nach Abzug der Prämie von 2,90 US-Dollar ergibt sich ein theoretischer Höchstertrag von 7,10 US-Dollar je Aktie beziehungsweise rund 710 US-Dollar pro Kontrakt. Dieses Ergebnis wird im Allgemeinen erreicht, wenn Netflix am Verfallstag unter 60 US-Dollar notiert. Liegt der Aktienkurs zwischen 60 und 70 US-Dollar, hängt das Ergebnis vom Schlusskurs ab und erreicht nicht unmittelbar den maximalen Ertrag.
Die Konstruktion setzt nicht zwingend voraus, dass sich das operative Geschäft von Netflix verschlechtert. Sie bildet vielmehr eine negative Einschätzung der Aktie bis zu einem festgelegten Verfallstermin über konkrete Basispreise und eine definierte Prämie ab. Die weitere Entwicklung des Inhalteangebots, Daten zu Abonnements und Werbegeschäft sowie die Neubewertung der einmaligen Einnahmen können das Ergebnis der Position beeinflussen.